 Von der Sinnlichkeit des Schauens
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Es scheint seit Urzeiten ein menschliches Bedürfnis zu sein, die flüchtigen Bilder des täglichen Lebens einzufangen und aufzuzeichnen. Die ältesten noch erhaltenen Kohlezeichnungen - in der Chauvet-Höhle in Frankreich - sind immerhin 32.000 Jahre alt.
In Stein geritzte Höhlenmalereien unserer Vorfahren finden sich vielerorts: Abbildungen laufender Elche oder Büffel, reptilienartiger Wesen, Szenen kriegerischer Auseinandersetzungen oder gesellschaftlichen Miteinanders.
Es sollten allerdings noch Tausende Jahre vergehen, bis der Mensch die Technik entwickelte, Licht und Chemikalien zusammenzubringen und ein Bild auf Papier zu fixieren... und gerade, als sich die Fotografie am Ende des 20. Jahrhunderts zur allgemein anerkannten und akzeptierten Kunstform zu entwickeln begann, wälzte sich ein entfesselter, nur noch unter rein marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten nachvollziehbarer Megapixel-Amoklauf digitaler Flachmänner zu massenkompatiblen Preisen über die sich offenbar schon immer zu Höherem berufenen Horden ästhetisch und stilistische Benachteiligter. Mit bis dato noch nicht absehbaren Konsequenzen...
Wie dem auch sei, der Wunsch, etwas bildlich wiederzugeben, scheint zeit- und klassenlos... und beherrscht letztendlich auch mich. Denn wider der allgemeinen Auffassung, es sei ohnedies schon alles gezeigt worden, bergen Bilder meines Erachtens auch heute noch, im Zeitalter der informativen Übersättigung und einer für das Individuum nicht mehr zu bewältigenden Bilderflut, noch immer ungeheure Kraft in sich.
Ob ich hier nur belangloses Trivialgeknipse darbiete oder ein journalistisches, gar professionelles Niveau erreiche, lege ich ins Auge des Betrachters. Dort gehört es hin. Mich bewegen die hier gezeigten Fotografien allesamt auf die eine oder andere Art — und vielleicht berühre ich damit ja auch etwas in Ihrem Herzen...
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